Montag, Januar 24, 2005

WARUM MEDITATION IN DER SUCHTHILFE NÜTZLICH IST.

Die erste Betrachtung ist die Einfachste. Meditation lässt uns ganz natürlich einen Zustand tiefer Ruhe erfahren. Ein Mensch der Probleme hat, hat sicher auch immer einen unruhigen Geist. Die Meditation gibt ihm die natürliche medikamentenfreie Erfahrung tiefer Ruhe. Wenn er morgens und abends meditiert, hat er wenigstens zweimal täglich "Ferien" von seinem unruhigen Geist. Diese natürliche Ruhe ermöglicht es ihm, Distanz gegenüber seinen Problemen zu gewinnen. Die Probleme wandeln sich in Aufgaben. Mit einem ruhigeren Geist ist man fähiger mit den eigenen Emotionen umzugehen und man wird fähiger, seine Aufgaben in Angriff zu nehmen. Die Qualität der Erfahrung des eigenen Lebens ist ganz stark beeinflusst und abhängig vom jeweiligen Identifikationsmechanismus, den ein Mensch hat. Die Identifikation eines Menschen hängt von seinen Erfahrungen ab. Ein Mensch tendiert, sich nach seinen Erfahrungen zu identifizieren. Jede Erfahrung hat drei Aspekte: Das Bewusstsein (auch Zeuge oder Sein genannt), die Sinneswahrnehmung sowie das Objekt der Wahrnehmung. Der wesentlichste Aspekt eines Menschen ist sein Bewusstsein. Ein Mensch, der Probleme hat verliert sich aber leider in rein äusserlichen Dingen, er verliert sich in der Welt seiner Wahrnehmungen. Identifiziert in Aeusserlichkeiten, verliert er sein Selbstbewusstsein. Er entfremdet sich seiner selbst. Die Welt wird als feindlich empfunden und das Leben wird für den Betroffenen zum Kampf. Die tägliche Meditation ist nicht eine intellektuelle Übung, sondern die Erfahrung der Ruhe und Stille des eigenen reinen Bewusstseins. Der Identifikationsmechanismus normalisiert sich, die Ebene des Bewusstseins kommt wieder in den Vordergrund. Die Meditation fördert auf ganz natürliche Weise eine Entwicklung vom Haben zum Sein. Dies gibt eine ganz neue Erfahrung, sich selber zu erleben, daraus erfolgt eine wachsende Selbstsicherheit. Die eigene Adresse ist gefunden. Man lernt durch Erfahrung, dass Liebe und Glück im eigenen inneren Raum begründet sind. Diese innere Adresse kann einem niemand mehr nehmen. Wann immer wir in Schwierigkeiten geraten, haben wir die Methode, den Ausgangspunkt, unser Leben wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Die Meditation kann man auch als eine einfache Methode mentaler Hygiene betrachten. Die tägliche Meditation hilft uns über die Jahre unsere tiefverwurzelten Abhängigkeiten aufzulösen. Mit den Jahren können wir feststellen, dass wir auf allen Bereichen unserer Persönlichkeit kleine aber wesentliche Fortschritte machen, die es uns ermöglichen unser Leben mit grösserer Ausgeglichenheit und Freude zu erfahren. Bis heute gehörte die Meditation zu den religiösen Praktiken aller Kulturen. Heute, wo die Menschheit weniger an Religion interessiert ist, sollte man aber erkennen, dass die Praxis der Meditation unabhängig von jeglicher ideologisch - religiöser Richtung eine grosse Nützlichkeit hat für die mentale Hygiene und die eigene Bewusstseinsentwicklung.

2 Comments:

Blogger ashuk said...

Geduld Disziplin Geduld
Eigene Erfahrung!: Wenn der Mensch beginnt zu meditieren, erfährt er meistens die tiefe Entspannung und Stille der Meditation. Später ist es möglich, dass all das Unverarbeitete dabei hochkommt. Der Mensch hat dann die Tendenz zu flüchten. Aber, er hat bereits den Geschmack der Stille erfahren. Es ist also zu spät, um längere Zeit zu flüchten. Die Flucht ist dann nur noch eine Frage der Zeit. Meditation wird ihn wieder einholen. Er sehnt sich nach Stille, nach dem Ursprung seiner Seele. Der Ruf der Seele ist stärker. Wenn die Seelenspannung genug gross ist und Dinge passieren, die der Mensch nicht mehr will, kehrt er automatisch zurück zur Meditation. Denn da ist die Erfahrung des Seelenursprungs. Täglich hinzusitzen ist eine gute Methode, sich dieses Ursprungs zu erinnern. Auch soll sich der Mensch nicht ärgern darüber, wenn er der Aufforderung der Seele nicht gleich sofort nachkommen kann. Geduld ist eine Eigenschaft, die die Seele in sich trägt. Geduld kennt keine Zeit, auch wenn da Zeit ist. Die an sich passive Seele wird durch den an sich aktiven göttlichen Geist genährt. Die Erfahrung des sich erweiternden Bewusstseins im Leben mit der Meditation stärkt die Geduld und somit auch die Seele bzw. des Menschen Wahrnehmung über die Seele. Bis dahin, dass er es nicht mehr als Wahrnehmung erfährt, sondern er selbst Seele ist. Dazu ist neben der Disziplin Geduld wichtig. Disziplin ohne Geduld ist wie der Schmetterling ohne die Blume. Er verhungert. Die beiden gehören zusammen. Geduld mit sich selber, Vergebung gegenüber sich selber. Mit Vergebung und Geduld stellt sich die Disziplin von selber ein. Früher oder später, darauf kommt es weniger an. Es entsteht spontan Freude. Freude über das Leben. In dem Sinne ist es schön, wenn möglichst viele Menschen sich diese erste Erfahrung von Stille gönnen, damit die Lawine ins Rollen kommt.
Viel Spass und Liebe dabei.
Ashuk

30. Januar 2005 09:04  
Blogger ashuk said...

Es ist ALLEN Menschen zu gönnen.
Ashuk

30. Januar 2005 09:29  

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